Die spezielle Krankengymnastik umfasst Methoden, die auf weiterführenden Fortbildungen und Kursen nach der Ausbildung zum Physiotherapeuten erlernt wurden. Sie stellen „zusätzliches Handwerkszeug“ dar. Mit Hilfe dieser Behandlungstechniken kann noch individueller und fachspezifischer auf die Erkrankung und Symptome des Patienten eingegangen werden. Fast alle speziellen Behandlungstechniken müssen von dem behandelnden Arzt auf einem Rezept verordnet werden.
01. Bobath-Konzept
02. Stemmführung nach Brunkow
03. Funktionelle Bewegungslehre (FBL)
04. Manualtherapie (nach Maitland, Kaltenborn, Sachse)
05. Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
06. Psychomotorik
07. Atemtherapie
08. Dreidimensionale Skoliosetherapie (nach Katharina Schroth)
09. Komplexe Entstauungstherapie (Lymphdrainage)
Das Bobath-Konzept ist ein rehabilitativer Ansatz in Therapie und Pflege von Patienten mit Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks. Das Konzept beruht auf der Annahme der Plastizität des Gehirns. Diese Umorganisationsfähigkeit ermöglicht nun den gesunden Hirnregionen die zuvor von erkrankten Regionen ausgeführten Aufgaben neu zu erlernen und zu übernehmen.
Bobath für Kinder und Jugendliche
Die durch eine frühe Hirnschädigung entstandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster müssen gehemmt werden, damit willkürlich koordinierte Bewegungen ausgeführt werden können. Unter den Händen des Therapeuten lernt das Kind normale Bewegungsabläufe am eigenen Leib kennen. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Anleitung der Eltern.
Bobath für Erwachsene
Die Behandlung nach Bobath wird auch in der Erwachsenentherapie eingesetzt, bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigungen hervorgerufen wurden (Halbseitenlähmung, Hirntumor, Hirnverletzung, etc.). Das Bobath- Konzept strebt ein Lernprozess des Patienten an, in dem mit ihm/ihr die Kontrolle über die Muskelspannung und die Beweglichkeit wieder erarbeitet wird. 2
Bei der Stemmführung nach Brunkow befindet sich der Patient in speziellen Positionen, in denen der Therapeut Schub auf Hände und Füße des Patienten ausübt. Dabei kommt es zur Fortleitung der Muskelspannung in den Rumpf und somit zu unwillkürlichen Aufrichtung. Die Ziele dieser Therapie sind Stabilisation der Gelenke, Spannungsregulation der Muskulatur und Veränderung von Fehlbelastung/-haltung. 1
Die FBL erfolgt als Manipulation oder verbale Instruktion. Die Wirbelsäulenbehandlung beinhaltet mobilisierende Massage, widerlagernde Mobilisation und hubfreie/hubarme Mobilisation. Es wird so lange unterstützend gearbeitet, bis der Patient die Übung selbstständig durchführen kann.
Die Ganganalyse und Gangschulung sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Methode. Die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit ist für die Selbsterfahrung des eigenen Körpers in Ruhe und Bewegung unerlässlich. Die therapeutischen Übungen sind zweckmäßig erdachte und geplante Bewegungsabläufe, die ein funktionelles Defizit so abgrenzen, dass Ausweichmechanismen vermieden werden. Mit der funktionellen Bewegungslehre soll eine Ökonomisierung von Bewegungen und Schmerzfreiheit erreicht werden. 1
Manualtherapie beinhaltet das Auffinden und Behandeln von Fehlfunktionen am Bewegungsapparat. Ihr Ziel ist der Erhalt oder der Wiederherstellung normaler Funktion im „Gelenk“ und allen funktionellen und strukturellen damit verbundenen Geweben. (Die Manuelle Therapie wird durch einen internationalen Ausbildungsstandard geregelt.) 1
Die Methode führt zur Bahnung von Bewegung über die funktionelle Einheit von Nerv und Muskel. Diese Bahnung lässt sich vom Therapeuten durch verschiedene Reizsetzung (exterozeptiv und propriozeptiv) stimulieren. Ziel der PNF ist die Koordinierung physiologischer Bewegungsabläufe, Abbau pathologischer Bewegungsmuster, Normalisierung des Muskeltonus, sowie Muskelkräftigung und Muskeldehnung. 1
Die Psychomotorik versteht sich als Methode zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Sie baut auf einem ganzheitlichen Ansatz auf, d.h. sie spricht sowohl Körper als auch Geist an.
Eine gestörte kindliche Wahrnehmung kann zu unangepassten Handlungen führen. Durch eine gezielte Beeinflussung von Wahrnehmungen und Handlungen versucht die Psychomotorik die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Dies kann z.B. durch Balanceübungen, Reaktionsübungen, Entspannungsübungen, aber auch durch Kräftigungs- und Orientierungsübungen erreicht werden. 1
Schaarschuch-Haase – Lösungstherapie
Bei der o.g. Therapie wird die Aufmerksamkeit des Patienten auf verschiedene Wahrnehmungen seines Körpers gelenkt. Der Patient konzentriert sich dabei auf z.B.: Körperräume (Brustkorbraum, Nasen-Rachenraum, Oberarm, Becken, etc.), Körperhüllen (Körperoberflächen), die Temperatur, seine Atembewegungen, oder den Spannungszustand der Muskulatur. Dieses Prinzip kann durch Abhebeproben, Dehnlagen und oder Grifftechniken der Therapeutin in der Behandlung verstärkt umgesetzt werden. 1
Reflektorische Atemtherapie
Durch die aktive Stimulierung konkreter Körper- Rezeptoren wirkt der/die Therapeut/in auf den Atemrhythmus des Patienten ein. Erreicht werden die Optimierung der Atmungsvorgänge und damit eine Verbesserung der Beweglichkeit des Körpers. Zusätzlich wird der Körper in seiner Eigenregulation unterstützt. 3
Bei einer Seitenverschiebung der Wirbelsäule und zusätzlicher Rotation von Wirbelkörpern (Skoliose) kommt es zu Fehlstellungen der Wirbelsäule. Die daraus resultierende Höhenminderung der Wirbelsäule, Einschränkung der Rippenbeweglichkeit, Behinderung der Atembewegung und Verringerung des Atemvolumens erfordern spezielle Übungen.
Hangübungen an der Sprossenwand, Mobilisationsübungen, Formungsübungen (Korrekturübungen, mit verstärkten Atembewegungen) und Kräftigungsübung mit Streckung. Zwischen den Korrekturübungen erfolgen zur Entspannung in dehnenden Ausgangsstellungen Atemübungen. Durch die Schroth-Therapie soll eine aktive Korrektur der Haltung und eine Vergrößerung des Atemvolumens erzielt werden. 1
Durch eine sanfte spezielle Massagetechnik auf der Haut wird der Abtransport von Gewebsflüssigkeit (sog. Lymphe) gefördert. Bei der Flüssigkeit handelt es sich um angestaute Zellflüssigkeit, die sich aufgrund einer Krankheit oder Verletzung dort angesammelt hat.
Die Griffe orientieren sich entlang dem Verlauf von Lymphgefäßen in Abflußrichtung. Die Ziele dieser Behandlung sind: verbesserte Lymphabtransport, Entstauung einer Körperregion, sowie Schmerzfreiheit.
Zusatzmaßnahmen sind z.B.: Bandagierung oder Kompressionsbestrumpfung der behandelten Extremitäten, oder Hochlagerung mit Intervalltraining. Sie werden mit der Lymphdrainage häufig kombiniert, da der Behandlungseffekt dadurch verstärkt und verlängert wird.
Literaturnachweis:
1 Leitfaden Physiotherapie
Autor: B. Kolster, G. Ebelt-Paprotny, Verlag Jungjohann, 2. Auflage
2 Wikipedia
de.wikipedia.org./wiki/Bobath-Konzept
3 Verein für Reflektorische Atemtherapie e.V.
www.reflektorische-atemtherapie.de
01. Bobath-Konzept
02. Stemmführung nach Brunkow
03. Funktionelle Bewegungslehre (FBL)
04. Manualtherapie (nach Maitland, Kaltenborn, Sachse)
05. Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
06. Psychomotorik
07. Atemtherapie
08. Dreidimensionale Skoliosetherapie (nach Katharina Schroth)
09. Komplexe Entstauungstherapie (Lymphdrainage)
1. Bobath-Konzept
Das Bobath-Konzept ist ein rehabilitativer Ansatz in Therapie und Pflege von Patienten mit Schädigung des Gehirns oder des Rückenmarks. Das Konzept beruht auf der Annahme der Plastizität des Gehirns. Diese Umorganisationsfähigkeit ermöglicht nun den gesunden Hirnregionen die zuvor von erkrankten Regionen ausgeführten Aufgaben neu zu erlernen und zu übernehmen.
Bobath für Kinder und Jugendliche
Die durch eine frühe Hirnschädigung entstandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster müssen gehemmt werden, damit willkürlich koordinierte Bewegungen ausgeführt werden können. Unter den Händen des Therapeuten lernt das Kind normale Bewegungsabläufe am eigenen Leib kennen. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Anleitung der Eltern.
Bobath für Erwachsene
Die Behandlung nach Bobath wird auch in der Erwachsenentherapie eingesetzt, bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigungen hervorgerufen wurden (Halbseitenlähmung, Hirntumor, Hirnverletzung, etc.). Das Bobath- Konzept strebt ein Lernprozess des Patienten an, in dem mit ihm/ihr die Kontrolle über die Muskelspannung und die Beweglichkeit wieder erarbeitet wird. 2
2. Stemmführung nach Brunkow
Bei der Stemmführung nach Brunkow befindet sich der Patient in speziellen Positionen, in denen der Therapeut Schub auf Hände und Füße des Patienten ausübt. Dabei kommt es zur Fortleitung der Muskelspannung in den Rumpf und somit zu unwillkürlichen Aufrichtung. Die Ziele dieser Therapie sind Stabilisation der Gelenke, Spannungsregulation der Muskulatur und Veränderung von Fehlbelastung/-haltung. 1
3. Funktionelle Bewegungslehre (FBL)
Die FBL erfolgt als Manipulation oder verbale Instruktion. Die Wirbelsäulenbehandlung beinhaltet mobilisierende Massage, widerlagernde Mobilisation und hubfreie/hubarme Mobilisation. Es wird so lange unterstützend gearbeitet, bis der Patient die Übung selbstständig durchführen kann.
Die Ganganalyse und Gangschulung sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Methode. Die Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit ist für die Selbsterfahrung des eigenen Körpers in Ruhe und Bewegung unerlässlich. Die therapeutischen Übungen sind zweckmäßig erdachte und geplante Bewegungsabläufe, die ein funktionelles Defizit so abgrenzen, dass Ausweichmechanismen vermieden werden. Mit der funktionellen Bewegungslehre soll eine Ökonomisierung von Bewegungen und Schmerzfreiheit erreicht werden. 1
4. Manualtherapie (nach Maitland, Kaltenborn, Sachse)
Manualtherapie beinhaltet das Auffinden und Behandeln von Fehlfunktionen am Bewegungsapparat. Ihr Ziel ist der Erhalt oder der Wiederherstellung normaler Funktion im „Gelenk“ und allen funktionellen und strukturellen damit verbundenen Geweben. (Die Manuelle Therapie wird durch einen internationalen Ausbildungsstandard geregelt.) 1
5. Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
Die Methode führt zur Bahnung von Bewegung über die funktionelle Einheit von Nerv und Muskel. Diese Bahnung lässt sich vom Therapeuten durch verschiedene Reizsetzung (exterozeptiv und propriozeptiv) stimulieren. Ziel der PNF ist die Koordinierung physiologischer Bewegungsabläufe, Abbau pathologischer Bewegungsmuster, Normalisierung des Muskeltonus, sowie Muskelkräftigung und Muskeldehnung. 1
6. Psychomotorik
Die Psychomotorik versteht sich als Methode zur Förderung der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Sie baut auf einem ganzheitlichen Ansatz auf, d.h. sie spricht sowohl Körper als auch Geist an.
Eine gestörte kindliche Wahrnehmung kann zu unangepassten Handlungen führen. Durch eine gezielte Beeinflussung von Wahrnehmungen und Handlungen versucht die Psychomotorik die Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Dies kann z.B. durch Balanceübungen, Reaktionsübungen, Entspannungsübungen, aber auch durch Kräftigungs- und Orientierungsübungen erreicht werden. 1
7. Atemtherapie
Schaarschuch-Haase – Lösungstherapie
Bei der o.g. Therapie wird die Aufmerksamkeit des Patienten auf verschiedene Wahrnehmungen seines Körpers gelenkt. Der Patient konzentriert sich dabei auf z.B.: Körperräume (Brustkorbraum, Nasen-Rachenraum, Oberarm, Becken, etc.), Körperhüllen (Körperoberflächen), die Temperatur, seine Atembewegungen, oder den Spannungszustand der Muskulatur. Dieses Prinzip kann durch Abhebeproben, Dehnlagen und oder Grifftechniken der Therapeutin in der Behandlung verstärkt umgesetzt werden. 1
Reflektorische Atemtherapie
Durch die aktive Stimulierung konkreter Körper- Rezeptoren wirkt der/die Therapeut/in auf den Atemrhythmus des Patienten ein. Erreicht werden die Optimierung der Atmungsvorgänge und damit eine Verbesserung der Beweglichkeit des Körpers. Zusätzlich wird der Körper in seiner Eigenregulation unterstützt. 3
8. Dreidimensionale Skoliosetherapie (nach Katharina Schroth)
Bei einer Seitenverschiebung der Wirbelsäule und zusätzlicher Rotation von Wirbelkörpern (Skoliose) kommt es zu Fehlstellungen der Wirbelsäule. Die daraus resultierende Höhenminderung der Wirbelsäule, Einschränkung der Rippenbeweglichkeit, Behinderung der Atembewegung und Verringerung des Atemvolumens erfordern spezielle Übungen.
Hangübungen an der Sprossenwand, Mobilisationsübungen, Formungsübungen (Korrekturübungen, mit verstärkten Atembewegungen) und Kräftigungsübung mit Streckung. Zwischen den Korrekturübungen erfolgen zur Entspannung in dehnenden Ausgangsstellungen Atemübungen. Durch die Schroth-Therapie soll eine aktive Korrektur der Haltung und eine Vergrößerung des Atemvolumens erzielt werden. 1
9. Komplexe Entstauungstherapie (Lymphdrainage)
Durch eine sanfte spezielle Massagetechnik auf der Haut wird der Abtransport von Gewebsflüssigkeit (sog. Lymphe) gefördert. Bei der Flüssigkeit handelt es sich um angestaute Zellflüssigkeit, die sich aufgrund einer Krankheit oder Verletzung dort angesammelt hat.
Die Griffe orientieren sich entlang dem Verlauf von Lymphgefäßen in Abflußrichtung. Die Ziele dieser Behandlung sind: verbesserte Lymphabtransport, Entstauung einer Körperregion, sowie Schmerzfreiheit.
Zusatzmaßnahmen sind z.B.: Bandagierung oder Kompressionsbestrumpfung der behandelten Extremitäten, oder Hochlagerung mit Intervalltraining. Sie werden mit der Lymphdrainage häufig kombiniert, da der Behandlungseffekt dadurch verstärkt und verlängert wird.
Literaturnachweis:
1 Leitfaden Physiotherapie
Autor: B. Kolster, G. Ebelt-Paprotny, Verlag Jungjohann, 2. Auflage
2 Wikipedia
de.wikipedia.org./wiki/Bobath-Konzept
3 Verein für Reflektorische Atemtherapie e.V.
www.reflektorische-atemtherapie.de
